Was ist eigentlich Gewohnheitstraining?

Gewohnheitstraining

Unsere Ernährung zu verändern ist nicht immer einfach. Oft stecken wir fest in unseren festgefahrenen Wegen und wissen nicht, wie wir da wieder heraus kommen. Wir als Mensch sind das Produkt unserer Gewohnheiten. Mithilfe von Gewohnheitstraining kannst du strategisch an das Thema Ernährungsumstellung herangehen, ohne dabei dich selbst und deine Individualität zu verlieren. 

Aber was ist eigentlich Gewohnheitstraining und wie funktioniert es?

Bereits als Studentin habe ich mich mit Veränderungsmanagement befasst. Bereits damals fand ich das so faszinierend, dass für mich klar war, dass ich dieses Berufsfeld gern einmal aufgreifen möchte. Als Ernährungscoach habe ich nun die Möglichkeit Frauen dabei zu unterstützen, wenn sie ihre Ernährung grundlegend verändern möchten.

Gewohnheitstraining ist eine Methode um sich neue gesunde Gewohnheiten anzueignen. Dabei legst du Ziele fest, unterteilst diese in Teilschritte und legst dann fest wie du diese erreichen kannst. Danach brichst du die Teilschritte in einzelne Handlungen herunter bis du kleine einfach auszuführende Tätigkeiten hast, die dich näher an dein Ziel bringen.

Warum ist Gewohnheitstraining wichtig?

Du möchtest beispielsweise abnehmen, dich besser in deinem Körper fühlen, wieder in die Jeans von damals passen oder einfach nur weniger aus der Puste sein, nachdem du die Treppen hochgestiegen bist. 

Das sind nur einige der Gründe, warum wir etwas Verändern wollen.

Aber wie stellen wir diese Veränderung denn an? Wie kommen wir von Punkt A nach Punkt B?

Der erste Ansatz ist ja meist, dass du eine Diät machst, um dein Ziel zu erreichen. Das Problem an der ganzen Sache ist allerdings, dass Diäten dir vorschreiben, was du zu essen hast, wieviel du zu essen hast, was du als Sport machen sollst, wie oft du Sport machen sollst, welche Lebensmittel du kaufen sollst, was du trinken sollst, in welchen Abständen du essen sollst usw.

Fakt ist, die meisten Diäten schreiben dir zu viel vor und schränken dich zu sehr ein. Dazu kommt, dass du zu viel auf einmal ändern sollst. Du sollst dich verbiegen und verbrechen. Nach kurzer Zeit gibst du entnervt auf, weil nichts klappt, du überfordert bist, nur ein Bruchteil der Vorgaben deiner Diät wirklich einhalten kannst und du einfach keinen Bock mehr auf Verzichten hast.

An dieser Stelle kommt Gewohnheitstraining ins Spiel: 

Wir sind Gewohnheitstiere. Wenn wir unseren normalen Ablauf ändern ist das nicht immer einfach und oftmals fühlen wir uns auch verunsichert. Gewohnheiten sorgen dafür, dass wir nicht lange darüber nachdenken müssen, wie wir Dinge ausführen. Wir machen sie einfach auf Autopilot. Wenn wir im System nun einen neuen Zwischenschritt einführen den wir noch nicht kennen, dann müssen wir immer erst noch überlegen, wie jetzt der neue Ablauf ist. 

Das kostet uns Denkzeit, da wir überlegen müssen wie der neue Ablauf ist, was wie ausgeführt wird usw. Das sorgt dann auch gern mal für Gegenwehr in uns. 

Beispiel:
Deine dominante Hand ist die rechte und nun beschließt du, deine Zähne jeden Morgen mit links statt rechts zu putzen. 

Was glaubst du, wie oft es dauert, bis du das verinnerlicht hast? 
Was denkst du, wie oft du dennoch mit der rechten Hand anfangen wirst deine Zähne zu putzen?

Es ist normal, dass uns Veränderung schwer fällt und es nicht immer gleich sofort klappt, neue Gewohnheiten auszuführen. 

Darum heißt es ja Gewohnheiten. Wir sind daran gewöhnt Handlungen so auszuführen, wie wir das schon immer gemacht haben. 

Es ist vertraut und wir kennen die Vorgänge, wir müssen weniger darüber nachdenken und da die Abläufe bekannt sind, kostet es uns weniger Zeit bis wir eine Handlung ausgeführt haben. Gewohnheiten machen uns also effizienter im Alltag.

Im Beispiel oben haben wir von nur einer einzigen veränderten Gewohnheit gesprochen. Deine neue Diät verlangt nun aber von dir, dass du 10 Dinge auf einmal veränderst. 

Warst du bei schon bei einer einzigen Gewohnheit voll damit beschäftigt dir zu merken, was du anders machen musst, dann stell dir das jetzt mal noch für 10 weitere Sachen vor. 

Das überfordert jeden normalen Menschen.

ernährungscoaching

Deswegen scheitern so viele Diätprogramme auch nach kurzer Zeit. Es wird zu viel auf einmal verändert ohne auf den Menschen dahinter zu achten und ob diese Person es überhaupt umsetzen kann und wie ihre persönliche Situation aussieht.

Diäten versprechen schnelle Erfolge. Sie sind darauf ausgelegt, für eine kurze Zeit zu funktionieren. 

Wenn du also nur für die Sommerfigur abnehmen möchtest und kein Problem damit hast, nach Ende der Diät wieder zuzunehmen, dann kann eine Diät sinnvoll sein. 

Möchtest du aber langfristig dein Gewicht reduzieren UND auch halten, dann macht nur eine Ernährungsumstellung Sinn, bei der du deine Gewohnheiten änderst.

Dafür brauchst du Gewohnheitstraining

Gewohnheitstraining ist kein Programm, dass dafür sorgt, schnell Gewicht zu verlieren. Langfristig und nachhaltig ist die Devise. Und das bedeutet, es geht langsamer als eine Crashdiät. Aber die Gewohnheiten bleiben dir ein Leben lang erhalten. 

Mithilfe von Gewohnheitstraining änderst du Schritt für Schritt eine Gewohnheit nach der anderen. Durch Gewohnheitstraining hast du Zeit, dich auf die Veränderungen einzustellen. Du kannst dir die Zeit nehmen, die du brauchst, um neue Gewohnheiten in deinem Alltag zu adaptieren. Deine Gewohnheiten passt du dabei individuell auf deine Bedürfnisse und deine aktuelle Situation an. 

Gleichzeitig musst du weder Zeit noch Geld in  unnütze Zusatzprodukte, Shakes oder Pillen investieren.

Da du jeden Tag isst, hast du im Alltag sehr viele Möglichkeiten, deine neuen Gewohnheiten zu trainieren. Dennoch zählen neben Ernährungsgewohnheiten auch anderen Gewohnheiten eine Große Rolle. Beispielsweise Mindset-Gewohnheiten oder generelle Lebensgewohnheiten wie Stressmanagement oder Schlafgewohnheiten spielen eine entscheidende Rolle, wie du dich in deinem Körper fühlst. 

➡️ Wir brauchen Gewohnheitstraining, um unsere Ernährung nachhaltig zu verändern. Indem wir uns Schritt für Schritt eine gesündere Gewohnheit nach der anderen antrainieren, erzielen wir nachhaltige  Erfolge die Bestand haben. 

Fazit

Durch Diäten allein schaffen wir keine langfristige Änderung unseres Ernährungsverhaltens. Ändern wir jedoch nach und nach unsere Gewohnheiten, so legen wir unseren Weg auf langfristigen und nachhaltigen Erfolg aus. Die Gewohnheiten die du dir jetzt aneignest, begleiten dich auch noch im nächsten, übernächsten und über-über-nächsten Jahr. Dadurch erzielst du einen langfristigen Erfolg, für den du zwar mehr Zeit einplanen musst, der sich aber nicht zu Neujahr wieder erledigt hat. Stell dir eine Zukunft vor, in der du nicht jeden Sommer auf eine Bikinifigur hinarbeiten musst. Das ist das ultimative Ziel. Freiheit von der Diätkultur und Gewohnheitstraining kann dich dabei immens unterstützen. 

Hast du schon mal von Gewohnheitstraining gehört? Wie ist deine Meinung dazu?

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